🌿 Hypnose & Antidepressiva: Warum Gefühle manchmal „flach“ werden – und wie du trotzdem wieder zu dir findest, dank Bewusstsein.
- Franziska Keller

- 11. Nov.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Manche Menschen berichten unter Antidepressiva, dass sie zwar weniger leiden – aber auch weniger fühlen: Freude wirkt gedämpft, Traurigkeit kommt nicht recht durch, Entscheidungen bleiben „im Kopf“ stecken. Dieses Phänomen heisst emotionales Abflachen (emotional blunting). Es kann sowohl Teil der Depression als auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Wichtig: Dieser Beitrag gibt Orientierung – keine medizinische Anleitung. Änderungen an Medikamenten immer mit der behandelnden Ärztin/dem Arzt besprechen.
Was genau ist „emotionales Abflachen“? Bewusstsein

Betroffene beschreiben es als „wie hinter Glas leben“: weniger innere Resonanz, weniger Motivation, weniger Spontanität. In grösseren Patientenbefragungen berichteten viele Menschen mit Depression und Antidepressiva-Einnahme von Gefühlsabstumpfung; in einer Übersichtsarbeit wurden sehr häufig Aussagen wie „emotional numb“ oder „weniger positive Emotionen“ dokumentiert, und ein relevanter Teil beendete deshalb sogar die Medikation.
Parallel zeigen Laborstudien an gesunden Freiwilligen, dass bestimmte SSRIs (z. B. Escitalopram) die Empfindlichkeit für Belohnungs-/Lernsignale reduzieren können – ein Mechanismus, der das „gedämpfte“ Erleben teilweise erklären könnte. Das heisst nicht, dass SSRIs „Gefühle ausschalten“; eher, dass die Feinabstimmung für positives/negatives Feedback vorübergehend flacher ausfällt.
Zudem gibt es Hinweise, dass Apathie oder Antriebsminderung mit Antidepressiva assoziiert sein können – wiederum nicht bei allen, aber klinisch relevant und beobachtbar.
🧠Kopf vs. 💖Herz: Antidepressiva
Warum Intuition schwerer zugänglich wirkt
Wenn die innere Belohnungs-/Lernkurve flacher ist, spüren wir subtile Körpersignale (ein weites Ja, ein enges Nein) weniger deutlich. Das führt in Sitzungen oft dazu, dass Antworten kognitiver werden („Ich denke…“) statt somatischer („Ich spüre…“). Genau hier hilft Hypnose: Sie beruhigt das mentale Rauschen und stärkt die Interozeption (Körperspüren), ohne Medikamente zu bewerten oder zu ersetzen.
Wichtig ist die Haltung: kei
ne Bewertung, kein „richtig/falsch“. Für manche ist ein Medikament gerade das Richtige, um aus tiefer Not Stabilität zu gewinnen. Und trotzdem dürfen wir wach bleiben für Nebenwirkungen – freundlich, bewusst, individuell.
🌿Medikamente können stabilisieren –
aber sie ersetzen keine Bewusstseinsarbeit
Antidepressiva können in akuten Lebenskrisen ein sicheres Geländer sein. Wenn Schlaf, Appetit, Energie und Hoffnung komplett wegbrechen, helfen sie, das Nervensystem zu stabilisieren –für eine gewisse Zeit.
Doch diese Zeit ist dazu gedacht, wieder Boden zu finden, nicht, um auf Dauer auf einer chemischen Wolke zu leben. Was viele nicht wissen: Je länger Medikamente die Emotionen dämpfen, desto schwerer wird es, den echten Zugang zu den inneren Ursachen zu spüren.
In der Hypnose oder Bewusstseinsarbeit bedeutet das: Wir erreichen zwar Entspannung, Frieden, Stabilität –aber nicht dieselbe Tiefe wie bei Menschen, deren emotionale Zentren frei schwingen dürfen.
Es ist, als würden wir in einem See mit leicht gefrorener Oberfläche arbeiten. Man sieht die Tiefe, man spürt sie – aber sie ist nur teilweise bis kaum zugänglich.
Deshalb ist es so wichtig, dass Menschen, die Medikamente nehmen, verstehen: 👉 Hypnose wirkt, aber anders. Sie stärkt die innere Wahrnehmung, hilft Vertrauen zu spüren, doch das emotionale Auflösen braucht Geduld –oder die bewusste Entscheidung, Schritt für Schritt die Medikation (immer gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt!) zu reduzieren, sobald Stabilität vorhanden ist. Und dann können wir in einem zweiten Schritt gemeinsam an die Ursache, die Auslöser von der Symptomatik.
Kurz gesagt: Antidepressiva können retten –aber Heilung geschieht durch Bewusstsein.
Das Medikament schafft Ruhe, Bewusstseinsarbeit schafft Veränderung. Und beide können sich gegenseitig stützen, wenn man ihre Grenzen versteht.
🌱Wie ich in der Hypnose arbeite (sanft & wirksam)

Meine Sitzungen sind eine Einladung, vom Kopf ins Fühlen zu wechseln – sicher, geführt, urteilsfrei. Wir nutzen:
Atem-Regulation (Nervensystem beruhigen)
Hyno-Meditation (zur Ankerung von z.B. Leichtigkeit, Unbeschwertheit usw.)
Körperanker (Weite vs. Enge differenzieren)
Bilder & innere Räume (z. B. „heiliger Raum“)
Engel/innere Helfer/ Krafttier/– wenn das zu deinem Weltbild passt
So lernst du, kleine, aber klare Resonanz-Signale wiederzufinden – dein inneres Ja/Nein.
🪞Mini-Übung (2–3 Minuten): „Weites Ja – klares Nein“
Ziel: Deine feine Körperweisheit wieder hörbar machen – auch wenn es gedämpft ist.
Ankommen (30 Sek.)Setz dich bequem hin. Ein Atemzug länger aus als ein. Schultern lösen. Kiefer lösen.
Weite fühlen (45 Sek.)Erinnere dich an eine sehr kleine Situation, die sich stimmig anfühlte (eine Tasse Tee, ein Spaziergang, ein Lächeln). Lass das Bild sanft auftauchen. Wo im Körper wird es weiter? Brust? Bauch? Kehle? Notier innerlich: So fühlt sich „Ja/Weite“ an.
Grenze spüren (45 Sek.)Denk an etwas Kleines, das nicht stimmig ist (z. B. eine unnötige Verpflichtung). Wo wird es enger? Druck? Ziehen? Kälte? Notier: So fühlt sich „Nein/Enge“ an.
Integration (30 Sek.)Leg eine Hand dorthin, wo es weiter war. Sag leise: Ich darf meinem Körper wieder trauen.
Hinweis: Wenn du kaum etwas spürst – kein Problem. Bleib freundlich. Schon die Aufmerksamkeit trainiert deine Wahrnehmung.
🪞Mikro-Ritual im Alltag:
Die 3-A-Formel (Atem – Ausrichten – Antwort)
Atem: 3 Sekungen einatmen – Lut 3 Sekungen anhalten und 6 Sekungen ausatmen.
Ausrichten: Was braucht mein Herz jetzt?
Antwort: Mini-Schritt wählen (z. B. 5 Minuten frische Luft, Glas Wasser, kurzer „Nein, heute nicht“-Satz).
2–3-mal täglich, 60–90 Sekunden reichen. Kontinuität schlägt Intensität!
Für Fach-Nerds (kurzer Blick in die Forschung)
Reinforcement-Learning & SSRIs: Eine randomisierte Studie mit Escitalopram zeigte bei gesunden Probanden eine reduzierte Empfindlichkeit für Verstärkungssignale – konsistent mit „emotionaler Abflachung“ im Alltag.
Apathie/Antrieb unter ADs: Übersichten beschreiben apathieähnliche Zustände als mögliche, klinisch relevante Begleiterscheinung.
Patientenberichte: In grossen Umfragen gaben viele Betroffene „emotional numb“ oder „weniger positive Emotionen“ an; ein Teil setzte deswegen ab – ein Hinweis, wie wichtig Aufklärung und gemeinsame Entscheidungsfindung sind.
Schlussgedanke: Medikamente können Stabilität schenken – Bewusstsein heilt. Wenn Kopf und Herz wieder zusammenarbeiten, entsteht echte Wahlfreiheit, Ruhe und inneren Frieden.
Möchtest du in einer geschützten Sitzung dein inneres Ja/Nein wieder spüren – mit Hypno-Meditation, Körperarbeit wie Atem und (wenn du magst) deiner Seelen-Begleitung?
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💕Franziska Keller - Autorin | Seelencoach | Bewusstseins-Expertin | Hypnosetherapeutin
„Ich begleite Menschen auf ihrem Weg von Schmerz zu innerer Freiheit – mit Herz, Bewusstsein und wissenschaftlich fundierter Seelenarbeit.“ Ich bin die Brücke zwischen Ratio & Herz, Wissenschaft & Seele, Geist & Energie – weil echte Transformation alle Ebenen berührt. In meiner Arbeit verbinde ich moderne Hypnose- und Mentaltechniken mit tiefer
Bewusstseins- und Herzarbeit. 🌿
Wenn dich ein Thema in meinem Blog berührt hat, lass es wirken – oder melde dich, wenn du spürst, dass jetzt der Moment für Veränderung ist.💛
🔬 Wissenschaftliche Quellen (Auswahl, laien-verständlich zusammengefasst)
Langley et al. (2023): Escitalopram verringerte in einer randomisierten Studie die Sensitivität für Verstärkungssignale – möglicher Mechanismus hinter „emotional blunting“. (Neuropsychopharmacology; Cambridge Open Access-Eintrag).
Sansone & Sansone (2010) / Christensen et al. (2022, Übersichtsarbeit):
Häufige Patientenberichte zu „emotional numb“, „weniger positive Emotionen“; Relevanz für Adhärenz.
Davis & Clifton (2023, Cambridge Core, Review): Überblick zu Apathie in Verbindung mit Antidepressiva. → https://www.cambridge.org/core/journals/cns-spectrums/article/antidepressantrelated-apathy-a-review/
Aktuelle klinische Übersicht (2025) zur Belastung durch emotional blunting und Bedeutung für Funktionsniveau. → https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38427374/


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